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Reiseberichte

Südasien: Sri Lanka

01.07.2008
Von unseren Redakteurinnen Steffi Lehmann und Katharina Müller

Von Sri Lanka ist ein Inselstaat im Indischen Ozean vor der südöstlichen Küste Indiens. Heute leben in Sri Lanka etwa 18 Millionen Einwohner, die als Ceylonesen oder Srilankaner bezeichnet werden. Im Gegensatz zu den Tiefland-Singhalesen, die seit Jahrhunderten europäischen und anderen fremden Einflüssen ausgesetzt sind, bewahrten die Hochland-Singhalesen länger ihre Traditionen. Trotz der kastenlosen Hauptreligion, dem Buddhismus, etablierte sich in den Jahrhunderten ein von dem Hinduistischen abweichendes Kastensystem als Sozialordnung.

Sprachen:
Bis 1963 war die Staatssprache Singhalesisch. Tamil war in der Nordregion Amtssprache. Mittlerweile sind Singhalesisch und Tamil gleichberechtigte Nationalsprachen. Englisch ist die verbreitetste Handelssprache, Bildungssprache und Umgangssprache in der srilankischen Oberschicht. In der Schule wird vereinzelt auch in Deutsch unterrichtet. Viele Orts-, Hinweis- und Ladenschilder sind zusätzlich auf Englisch beschriftet.

Kulturtänze:
In der Kultur der Ceylonesen spielen die Tänze eine wichtige Rolle. Während die indischen, insbesondere südindischen Tänze mehr dem Ausdruckstanz bzw. dem Tanzdrama zuzuordnen sind, ging die singhalesische Entwicklung fast ausschließlich zum „nritta“–Tanz hin. Dies sind symbolische, manchmal akrobatische Körperbewegungen mit ausgeprägter Fußarbeit, die fast ausschließlich von Männern getanzt werden. Es lassen sich zwei Hauptformen der singhalesischen Tänze unterscheiden: Die Tieflandtänze werden nur an der Südwestküste getanzt und werden wegen ihres exorzistischen Charakters „sanni yakuma“ oder „devil dance“ genannt. Die Hochlandtänze hingegen hatten früher eine religiöse Bedeutung. Daraus entwickelte sich eine weltliche Form, die zu Unterhaltungszwecken heute oft von Frauen getanzt wird. Hierbei werden meist – reale oder phantastische – Tiere in ihren Bewegungen nachgeahmt, um sich dann von diesen zu lösen und sich ganz dem Tanzrausch hinzugeben, oft auch im Wettstreit mit anderen Tänzern.

Frauen:
Die Emanzipation der Frauen nimmt auch in den asiatischen Ländern ihren Lauf. Männer haben zum Teil große Probleme, und Frauen müssen sich mit den Konflikten zwischen junger, erfolgreicher und attraktiver Frau und den moralisch oft altertümlichen Werten auseinander setzen. Heirat bedeutet nicht mehr zwingend Glück und Sicherheit im Leben der Frau. Allein stehende oder/und berufstätige Frauen sind keine Seltenheit mehr. Viele Frauen in den asiatischen Ländern wollen wie Frauen in den westlichen Ländern ihre berufliche Karriere nicht mehr für Ehe und Familie aufgeben. Leider verunsichert die Männer das neue Selbstbewußtsein der Frauen. Natürlich gibt es auch weiterhin Frauen, die mit den Vor- und Nachteilen des Alleinseins hadern. Vielen Frauen fehlt die Mitgift zum Heiraten. Das Heiratsalter ist im Gegensatz zu früheren Zeiten enorm gestiegen und liegt mittlerweile zwischen 28 und 30 Jahren.

Buddhismus:
Zu einer Tempelanlage gehört ein mehr oder minder schön ausgestalteter Tempel mit einer Buddhastatue und Darstellungen aus dem Leben Buddhas, ein Bo-Baum, eine Gebetshalle, eine Dagoba (Denkmal und Symbol für Buddha und den Buddhismus) und das Kloster für die Mönche. Die Tempelanlage ist für jeden geöffnet, betreten werden darf der Tempel jedoch nur ohne Schuhe und Kopfbedeckung. Die meisten Besucher kommen an Vollmondtagen (Poya-Tage), den offiziell anerkannten buddhistischen Feiertagen. Im Juni oder Juli jeden Jahres wird am Vollmondtag der Einzug des Buddhismus in Sri Lanka gefeiert. Der Mondstein Sri Lankas ist ein „Edelstein“ besonderer Art, Mondsteine gehören zur typischen Architektur Sri Lankas. Ebenso typisch sind die Schwäne, die in ihrem Schnabel eine Lotusblüte tragen. Diese goldenen Vögel stehen als Gleichnis für die Menschen, die das Gute vom Bösen unterscheiden können. Buddha wandte sich mit seiner Lehre an alle Menschen ohne Ansehen ihrer Kaste und lehnte das hinduistische Kastensystem ab. Trotzdem wurden die singhalesischen Buddhisten durch das indische Kastensystem beeinflusst und übernahmen es zum Teil. Die höchste Kaste, der die meisten Singhalesen angehören, ist der Bauernadel, Goyigama oder Kulina genannt. Insgesamt gibt es 14 verschiedene Kasten. Außerhalb des Kastensystems stehen die Weddas, die Ureinwohner Sri Lankas. Das Kastensystem beeinflusst die Wahl des Ehepartners.

Hinduismus:
Der Hinduismus beeinflusst das ganze Leben von der Geburt bis zum Tod. Religion und Alltag sind nicht voneinander zu trennen. Der Hinduismus ist keine Sonntagsreligion. Die hinduistischen Reformbewegungen wandten sich gegen das Kastensystem. Der Buddhismus und später der Islam beeinflussten den Hinduismus stark. Es gelang, dem Hinduismus immer wieder neue Denkanstöße zu integrieren. Hindus sind in religiösen Dingen sehr tolerant, sie wollen niemandem ihren Glauben aufzwingen. Sie glauben an viele Wege, die Erleuchtung, die Erlösung, das Nirvana, das Moksha zu erreichen. Wichtiger Bestandteil des Hinduismus ist das Wissen um die Wiedergeburt. Jedes Lebewesen hat eine unsterbliche, ewige Seele (atman). Je nach dem persönlichen Karma erfolgt die Wiedergeburt in einer bestimmten Gestalt (auch als Tier). Streng gläubige Hindus sind gegen jegliches Töten von Tieren. Wunsch aller Hindus ist es, das Nirvana, das Einswerden mit dem Brahman, dem Ewigen und Absoluten, zu erreichen. Dieser Weg ist begleitet von Meditation, Yoga, Askese sowie der Arbeit mit einem Guru.

Islam:
Der islamische Glauben ist in Sri Lanka weit verbreitet und ist eine streng monotheistische Religion, die von Mohammed gestiftet wurde. Er fühlte sich durch visionäre Erlebnisse zum Propheten Allahs berufen. Um Anhänger des Islam zu sein, muss man mindestens das Glaubensbekenntnis „Laillaha-illa-Allah, Mohammed-ar-Rasul-Allah“ sprechen können. Dies bedeutet: „Nichts verehrt außer der Gottheit, der Gepriesene, der Gesandte des Verehrungswürdigen.“ Zusätzlich müssen folgende Regeln eingehalten werden: fünfmal täglich gen Mekka gewandt beten, Einhaltung des Ramadan, den Armen Almosen geben, kein Schweinefleisch essen, keinen Wein trinken, sich nicht am Glücksspiel beteiligen. Polygamie ist erlaubt; vier Frauen nach dem Koran.

Unterwasserwelt:
Die Unterwasserwelt Sri Lankas ist einzigartig. Wer sich also in Sri Lanka befindet, sollte nicht nur die faszinierenden Dinge oberhalb des Meeresspiegels besichtigen. Man sollte auch alles, was sich unter den Wellen im Meer verbirgt, mit Schnorchel und Flossen erkunden. In den meisten Riffen und Felsnischen vor der Küste wimmelt es nur so von farbenprächtigen und seltenen Bewohnern wie Fischen, Barrakudas, Hunderten von Engelfischen und seltenen Sternfischen.


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