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Reiseberichte

Südamerika: Brasilien

Teil 1


01.07.2008
Von unserer Redakteurin Steffi Lehmann

Wussten Sie, dass Deutschland 24-mal in Brasilien hineinpasst? Denn Brasilien ist mit seiner Fläche von 8,5 Mio. km² (ca. 47 % Südamerikas) der fünftgrößte Staat der Welt und der größte sowie bevölkerungsreichste Staat in Südamerika. Die Amtssprache der über 184 Mio. Einwohner ist Portugiesisch.

Brasilien ist nicht nur für Rio de Janeiro, Karneval, Samba und die Copacabana sondern auch für seine Hauptstadt Brasília, der einzig im letzten Jahrhundert neu erbauten Hauptstadt der Welt (wofür die Stadt 1987 von der UNESCO den Titel „Weltkulturerbe“ erhielt), bekannt. In Brasília herrscht ein extremer Unterschied zwischen arm und reich.

Landschaft:
Geprägt durch die tropischen, blühenden Regenwälder des Amazonas im Norden und Hochebenen, Hügeln und Gebirgen im Süden fasziniert Brasilien mit seiner Vielfältigkeit. Vom Amazonas über die Wasserfälle, Wüstengebiete bis hin zu weißen Stränden und klarem Wasser überwältigt Brasilien jeden.

Bundesstaaten:
Brasilien ist in fünf Gebiete sowie in 26 Bundesstaaten eingeteilt und erstreckt sich über drei Zeitzonen. Der Norden ist Brasiliens Waldgebiet und zählt die meisten Indianer Brasiliens. Das Gebiet schließt u. a. den Staat Amazonas ein. Der Nordosten ist Brasiliens ärmste Region. Hier ist der afrikanische Einfluss noch am deutlichsten zu erkennen. In früheren Zeiten hieß der Mittlere Westen „Mato Grosso“ - dichter Wald. Diese Region schließt u. a. den Bundesbezirk von Brasília ein.

Der Südosten ist der entwickelte, urbane Teil Brasiliens. Die Staaten Rio de Janeiro, São Paulo, Minas Gerais und Espírito Santo nehmen jedoch nur 10 Prozent des nationalen Territoriums ein, halten aber den größten Bevölkerungsanteil des Landes. Im Süden ist Brasilien stark europäisch beeinflusst. Hier befinden sich die wohlhabenden Staaten wie z. B. Paraná.

Die höchsten Erhebungen sind der von Nebelwald umgebene Pico da Neblina und der Pico 31 de Março. Der Amazonas und der Rio Paraná sichern die Versorgung mit Süßwasser.

Umwelt:
Der brasilianische Regenwald wird jährlich in bedenklichem Umfang abgeholzt beziehungsweise gerodet und trägt zu hohen Treibhausgasausstößen bei.

Klima:
Das Klima ist sehr vielfältig. Der überwiegende Teil hat tropische Temperaturen. Allerdings herrschen im Süden gemäßigtere Temperaturen, und im Amazonasgebiet gibt es hohe Niederschläge. Im Nordosten gibt es sogar lange Dürrezeiten, wogegen es im Süden eher Feuchtgebiete gibt.

Nationalstolz:
Brasilianer sind stolz auf ihr Land: „Deus é brasileiro“ – Gott ist Brasilianer, das sieht man nicht nur in ihrem Nationalstolz und ihrer Hymne „Hino Nacional Brasileiro“. Die Flagge ist „das“ Symbol für die Einheit der brasilianischen Nation. Ob im Fußballstadion, an der Spitze der Karnevalsumzüge oder als Wandschmuck gleich über dem Hausaltar: Immer wenn es emotional wird, spielt die brasilianische Nationalflagge eine wesentliche Rolle. Die Gestaltung der Flagge folgt dem berühmten Leitspruch „Ordem e Progresso“ (Ordnung und Fortschritt).

Die Farben der „Bandeira Brasileira“ haben ebenfalls aussagekräftige Bedeutungen. Das flächige Grün steht für Wald und Natur, die gelbe Raute für die Reichtümer, der blaue Kreis für den Himmel und das Weiß für den Frieden. Die 27 Sterne entsprechen sowohl dem Sternenhimmel als auch den brasilianischen Bundesstaaten mit Brasília.

Sportbegeisterung:
Brasilianer lieben Fußball. Die brasilianische Fußball-Nationalmannschaft wird wie eine Art Heiligtum verehrt. Fußball ist für die Brasilianer eine glühende Leidenschaft. Wenn man länger in Brasilien ist, sollte man ein Spiel im Stadion besuchen. Wie sagen Brasilianer so schön: „Ballett auf dem Rasen und Samba auf den Rängen“.
Aber auch „Capoeira“ prägt die sportbegeisterte Nation, zumeist die Afro-Brasilianer.

Die Capoeira ist in der Gegenwart eine Mischung aus Kampf, Tanz, Ritual, Akrobatik und Musik, bei der sich die Kämpfer-Tänzer meist auf öffentlichen Plätzen präsentieren. Sie stammt aus Bahia und wird mittlerweile aber auch in ganz Brasilien in verschiedenen Formen praktiziert. Man unterscheidet „Capoeira de Angola“ (meist zeitlupenartige Bewegungen) und „Capoeira regional“ (auf Leistung ausgerichtetes Sport- und Kampfgeschehen).


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