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Reiseberichte

Nordamerika: Mexiko

01.07.2008
Von unserer Redakteurin Sinnika Stöver

Nach einer im Mai 2000 veröffentlichten Liste steht Mexiko auf der Beliebtheitsskala deutscher Touristen weltweit auf Platz sechs hinter Spanien, China, Kanada, Italien und Frankreich. Höchste Zeit also, mehr über dieses interessante Land zu erfahren.

Geschichte:

In der Vorkolonialzeit haben Hochkulturen wie die Olmeken, Mayas und Tolteken Mexiko besiedelt. Um 1200 n. Chr. zogen die Azteken in das Tal von Mexiko und gründeten 1325 ihre Hauptstadt Tenochtitlan, heute Mexiko Stadt. Im Jahr 1519 landet Hernan Cortés bei Veracruz und beginnt mit der Eroberung des Landes und der damit verbundenen Zerstörung der Aztekenkultur. Cortés errichtet das spanische Vizekönigreich „Nueva Espana“, das zum Kernland der spanischen Herrschaft in Mittelamerika wurde und fast 300 Jahre bestand hatte.

Der Kampf um die nationale Unabhängigkeit Mexikos beginnt im Jahr 1810 mit dem „grito“, dem Unabhängigkeitsruf durch den Dorfpfarrer Hidalgo. Im Jahr 1821 ist dieser erbitterte Kampf erfolgreich. Nach der Abdankung des spanischen Vizekönigs entsteht ein von Spanien unabhängiges Kaiserreich. Das nächste halbe Jahrhundert ist durch Unruhen und häufigen Regierungswechsel gekennzeichnet. Ein Beispiel ist auch der Grenzkrieg mit den USA, bei dessen Niederlage Mexiko 1848 Gebiete wie Texas und Kalifornien an die USA abtreten musste.

Die Einstellung der Zinszahlungen für die hohen Auslandsschulden führen in den 1860er Jahren zu Konflikten mit Großbritannien, Spanien und Frankreich. 1862 wurde deshalb auf Veranlassung von Napoleon III die Monarchie ausgerufen und Erzherzog Maximilian von Habsburg als Kaiser eingesetzt. Er wird jedoch 1967 vom Volk gestürzt und erschossen. Unter der Führung des Großgrundbesitzers Francisco Madero kommt es 1910 zu Unruhen und Revolutionen, die in einen Bürgerkrieg mündeten. Bei den anschließenden blutigen Machtkämpfen sterben mehr als eine Million Mexikaner. 1929 wird die Nationalrevolutionäre Partei gegründet, die die wichtigsten politischen Kräfte des Landes vereinigte. Aus dieser Partei (heute PRI) gingen bis zum Jahr 2000 alle Präsidenten Mexikos hervor.

Nach dem zweiten Weltkrieg führt die dadurch verursachte konjunkturelle Belebung zu einem wirtschaftlichen Aufschwung und politischer Stabilität. In den siebziger Jahren wird Mexiko zur Ölmacht, gerät jedoch Anfang der achtziger Jahre in eine enorme Verschuldungs- und Wirtschaftskrise. 1986 tritt Mexiko dem GATT bei und liberalisierte den Außenhandel. Einige Jahre später tritt das Nordamerikanische Freihandelsabkommen in Kraft, dem die USA, Mexiko und Kanada angehören.

Politik und Wirtschaft:

Seit 1867 ist Mexiko eine demokratische Bundesrepublik. Die Vollzugsmacht liegt beim Staatspräsidenten, der für sechs Jahre gewählt wird. Die 32 mexikanischen Bundesstaaten werden durch jeweils einen Gouverneur regiert, der ebenfalls alle sechs Jahre gewählt wird. Mit dem im Jahre 2000 neu gewählten Präsidenten Vicente Fox begann eine neue Ära in Mexiko. Erstmals seit 71 Jahren musste die regierende Partei PRI ihren Regierungssitz an die konservativ-katholische PAN abgeben.

Mexiko und Deutschland:

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Mexiko sind immer besser geworden. Inzwischen ist Deutschland aus politischer Sicht der strategisch wichtigste Partner in Europa. Umgekehrt ist Mexiko für Deutschland ein Schlüsselland für die Außenbeziehungen nach Lateinamerika. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht spielt Deutschland in Mexiko eine große Rolle. Weltweit ist Deutschland Mexikos zweitgrößter Handelspartner nach den USA.

Die wichtigsten deutschen Exportgüter sind Maschinen und Anlagen, Kraftfahrzeuge und elektronische Erzeugnisse. In Mexiko sind mittlerweile ca. 700 Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung ansässig. Auch auf kultureller Ebene gibt es einige Projekte in Mexiko, wie z. B. die insgesamt vier Deutschen Schulen oder das Goethe-Institut in Mexiko-Stadt, das neben Spracharbeit auch ein Kulturprogramm anbietet.

Urlaub und Reisen:

Der Tourismus als Einnahmequelle wird auch für Mexiko immer wichtiger. Mittlerweile reisen jährlich etwa 300.000 Touristen aus Deutschland nach Mexiko. Sie sind damit Spitzenreiter unter den ausländischen Touristen, vor den Briten und den Amerikanern. In manchen Regionen hat sich ein regelrechter Massentourismus entwickelt. Dieser beschränkt sich (zum Glück) auf die Orte Cancun an der Karibik und Acapulco an der Pazifikküste. Ihr habt also immer noch Gelegenheit, ein Fleckchen fast unberührter Natur zu ergattern und Mexiko ganz individuell für euch zu entdecken.

Wissenswertes und medizinische Hinweise:

  • Zur Einreise nach Mexiko benötigt man einen noch mindestens sechs Monate gültigen Reisepass und eine Touristenkarte. Die Touristenkarte bekommt man bei den Fluggesellschaften, an Grenzübergangsstellen oder bei konsularischen Vertretungen Mexikos. Diese Karte ist später sehr wichtig für die Ausreise, deshalb: Gut aufbewahren! 
  • Es ist verboten, offene Lebensmittel ins Land einzuführen, aufgrund vergangener Probleme mit Tierseuchen.
  • In Mexiko gibt es drei Zeitzonen. Im Hochland sind es minus 7 Stunden zur MEZ; an der Westküste minus 8 Stunden und am Pazifik minus 9 Stunden. 
  • Die Mindeststrafe für Drogenbesitz beträgt 10 Jahre, unabhängig von der Menge!
  • In Mexiko sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben, bei Reisen in Regenwaldgebiete u. ä. sollte man jedoch vorher mit einem Tropenmediziner sprechen.
  • Vorsicht beim Verzehr von Salaten, Obst, Meeresfrüchten, Eis in Getränken und Speisen an Straßenständen. Hier besteht ein hohes Risiko sich mit der typischen Reisekrankheit zu infizieren.


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