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Freizeit, Sport & Hobby

Seifenkistenrennen - rein in die fahrbare Holzkiste

Die Formel 1 der Knirpse


02.07.2007
Von unserer Redakteurin Christiane Klemt

Die Geschichte der Seifenkisten beginnt 1904 im hessischen Oberursel. Inspiriert von einem Automobilrennen in ihrem sonst eher beschaulichen kleinen Ort im Taunus, bauten ein paar Jungs die ausgestellten Rennwagen aus Holz nach und flitzten – vorbei an staunenden Dorfbewohnern – durch den Ort. Schnell war die Idee geboren zum Sommerfest nicht nur das obligatorische Preisschießen und -kegeln, sondern auch das erste Kinderautomobilrennen der Welt zu veranstalten. Prämiert wurde der schönste Wagen sowie der schnellste Fahrer.

Der Rennsport für Knirpse breitete sich rasch in Deutschland aus und schwappte schließlich auf die USA über. Es war ein amerikanischer Seifenhersteller, der in den 30er Jahren den Begriff „Soap Box“ (zu Deutsch: Seifenkiste) prägte. Als Werbegag druckte er auf seine hölzernen Verpackungskisten den Grundriss für eine schlichte Karosserie, welche nur ausgesägt und zusammenmontiert werden musste. Da Bremse, Räder und Lenker gleich mitgeliefert wurden, war der kleine „Flitzer“ ruckzuck fertig.

Obwohl die Fahrzeuge heute meist aus Glasfaser bestehen und nur noch den Namen mit den früheren Holzkisten gemein haben, erfreuen sich Seifenkistenrennen nach wie vor großer Beliebtheit. Bei fast 50 Rennen im Jahr, die von professionellen Vereinen und ihrem Dachverband – dem Deutschen Seifenkisten Derby e.V. – veranstaltet werden, teilt man die Kinder und Jugendlichen in zwei Klassen ein: Während die 8- bis 12-jährigen Teilnehmer in der Junior-Klasse starten, treten Jugendliche zwischen 11 und 18 Jahren in der Senior-Klasse gegeneinander an.

Das Rennen
Damit alle Teilnehmer bei einem offiziellen Seifenkistenrennen die gleichen Chancen haben, darf jeder Fahrer pro Spur einmal starten. Hat beispielsweise eine Strecke zwei Spuren, wird einmal auf der linken und einmal auf der rechten Bahn die Zeit gemessen und später addiert. Der Fahrer mit dem niedrigsten Wert gewinnt. Oftmals kommt es vor, dass zwei Teilnehmer gleich schnell sind, entweder teilen sie sich dann einen Platz oder sie fahren ein Stichrennen um den besseren zu ermitteln.

Sicherheit geht vor
Auf den 250 bis 500 Meter langen und leicht abschüssigen (4 bis 5 Prozent Gefälle) Rennstrecken steht Sicherheit an erster Stelle. So dürfen die Fahrzeuge eine Geschwindigkeit von 60 km/h nicht überschreiten und es besteht Helmpflicht. Vor jedem Rennen werden die Flitzer einer strengen Inspektion unterzogen… in Bezug auf die vorgeschriebene Bauart des Gefährts sowie bei der Einhaltung von Sicherheitsbestimmungen lässt der „Seifenkisten-TÜV“ nicht mit sich reden.

Weitere Informationen
Deutsches Seifenkisten Derby e.V.
Hauptstraße 30
54340 Klüsserath/Mosel
Telefon (06507) 9 91 66
Telefax (06507) 9 91 67
www.dskd.org



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