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Pfadfinder - Dreieckstuch um den Hals geschnürt

„Versucht, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen,
als ihr Sie vorgefunden habt.“


02.07.2007
Von unserer Redakteurin Christiane Klemt

Nicht nur Astronaut Neil Armstrong oder Fußballstar Davis Beckham trugen in ihrer Jugend das Pfadfinderhalstuch. Auch viele andere „Scouts“ haben es weit gebracht: Microsoft-Gründer Bill Gates, Schauspieler Richard Gere, Bundespräsident Horst Köhler oder auch Queen Elisabeth II, als britische Ehrenvorsitzende… um nur einige zu nennen. Gerade in diesem Jahr – dem 100sten Jubiläum der Pfadfinder – bekennen sich viele Prominente als Mitglieder und bekunden öffentlich ihre Verbundenheit.


Wie alles begann
Die Gründung der Pfadfinderbewegung lässt sich auf eine Person zurückführen: Robert Stephenson Smyth Baden-Powell, 1. Baron Baden-Powell of Gilwell, kurz B.P. oder BiPi genannt. Während seiner Militärzeit stellte dieser Mann fest, dass Jugendliche, die von ihren Vorgesetzen richtig motiviert werden, denen Freiräume gelassen und Vertrauen entgegengebracht wird, wesentlich effektiver arbeiten als er bislang dachte. Aufgrund dieser Erfahrung veröffentlichte Baden-Powell 1899 das Buch „Aids for scouting“ (Anleitung zum Kundschafterdienst).

Durch seine Verdienste im zweiten Burenkrieg erlang Baden-Powell in England fast Heldenstatus und sein Buch stieß insbesondere bei den britischen Jugendlichen auf großes Interesse. Sehr zum Ärger des Autors, der 1903 aus dem Krieg zurückkehrte, denn schließlich handelte es sich um ein Militärbuch in dem es auch um die Tötung von Menschen geht.

Baden-Powell begann sein „Konzept zur Jugenderziehung“ umzuschreiben und eine vom Militär getrennte Bewegung auszuarbeiten. Um die Ideen in der Praxis zu testen fand vom 31. Juli bis 9. August 1907 das erste (Probe)-Zeltlager auf dem englischen Brownsea Island mit 22 Jugendlichen aus verschiedenen sozialen Schichten statt. Um Klassenunterschiede zu überdecken wurden einheitliche Uniformen getragen. Das auf diesen Erfahrungen basierende Buch „Scouting for Boys“ (Kundschaften für Jungen) wurde 1908 veröffentlicht und ist bis heute das wichtigste Grundlagenwerk der Pfadfinderarbeit.

Die folgenden Jahre kümmerte sich Baden-Powell zusammen mit seiner Frau Olave erfolgreich um den Ausbau der Pfadfinderbewegung. 1941 starb er im Alter von 84 Jahren und hinterließ in einem Brief den bis heute wohl wichtigsten Satz: „Versucht, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als ihr Sie vorgefunden habt.“

Pfadfinder heute
Hundert Jahre nach ihrer Gründung gehören ca. 38 Millionen Menschen in 216 Ländern und Territorien verschiedenen Pfadfindergruppen an. Sie sind im Wesentlichen in zwei Dachorganisationen organisiert: der World Organisation of the Scout Movement (WOSM) und der World Asscociation of Girl Guides and Girl Scouts (WAGGGS).

Nach wie vor gilt die Pfadfinderbewegung als die modernste internationale Kinder- und Jugenderziehung der Welt. Durch ihre zeitgemäßen Grundsätze und eine gute Ausbildung fördert sie junge Menschen in ihrer Entwicklung, damit diese in der Gesellschaft Verantwortung übernehmen können. Die hierfür angewandten Methoden basieren im Großen und Ganzen auf folgenden Elementen:

Pfadfindergesetz und Pfadfinderversprechen
Mit dem Pfadfinderversprechen verpflichten sich die Mitglieder ihr Leben nach bestimmten Regeln und Werten zu gestalten. Diese sollen allerdings keine starren Vorschriften sein, sondern vielmehr Impulse und Anreize für ein soziales Verhalten in der Gemeinschaft geben.

Sippensystem
Durch die Bildung kleiner überschaubarer Gruppen lernen Jugendliche sich sozialen Verhaltensweisen anzupassen und Verantwortung (z.B. als Gruppenleiter) zu übernehmen. Persönliche Stärken und das eigene Selbstbewusstsein werden gefördert.

Learning by doing
Diese Methode der aktiven Erziehung ist ein Eckpfeiler der modernen Ausbildung und soll das erfahrungs- und handlungsorientierte Lernen durch Beobachten, Experimentieren und selber Ausprobieren fördern.

Attraktive Programme
Mit verschiedenen Unternehmungen sollen die erworbenen Erfahrungen erweitert und die Bindung an die Gruppe gefestigt werden. Aktivitäten können in Form von Zeltlagern und Fahrten, Spielen und Erkundungen oder in gesellschaftlichen Engagements stattfinden.

Das Jubiläumsjahr 2007
Unter dem Motto „One World One Promise“ wird das hundertjährige Jubiläum überall auf der Welt mit vielen Aktionen und Veranstaltungen gefeiert. Für die Feiern in Deutschland hat Bundespräsident Horst Köhler die Schirmherrschaft übernommen. Im Garten seines Amtssitzes Schloss Bellevue soll beispielsweise Ende September ein großes internationales Zeltlager stattfinden, um zu zeigen was Pfadfinden heute bedeutet. Weitere Informationen und Veranstaltungstipps gibt’s unter www.scouting100.de und www.scouting2007.de.



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